|
DCG-Info: Barsch, Blaubarsch, Buntbarsch? Beirut oder Bayreuth?
Als ich am 21. August dieses Jahres in der Internetsuchmaschine “Google“ den Begriff “Malawibarsch“ eingab, waren 52.000 Hinweise in 0,19 Sekunden die Folge. Wurde der Suchbegriff um das kleine Wort “bunt“ erweitert, erschienen 56.900 Einträge zum Thema “Malawibuntbarsch“ auf dem Monitor. Das gleiche “Spiel“ mit Barschen aus dem Viktoria- oder dem Tanganjikasee zeigte eine ganz ähnliche Tendenz. Wobei erwähnt werden muss, dass wohl weit über die Hälfte der “Viktoriabarsch“-Hinweise Lates niloticus zum Inhalt hatte. Etwas erstaunt war ich allerdings darüber, dass an diesem Abend nur 93 Einträge über “Südamerikabarsche“ zu verzeichnen waren. Dem gegenüber standen 39.500 über südamerikanische Buntbarsche. Warum nun diese Erbsenzählerei? Ganz einfach, in diesem Jahr musste ich ein Manuskript zur Veröffentlichung ablehnen, das Badis badis, den Blaubarsch, zum Thema hatte. Fast zeitgleich erfolgte die Anfrage eines neuen Mitglieds an mich, was denn eigentlich Cichliden-Gesellschaft bedeute? Er pflege augenblicklich fast nur noch ostafrikanische Barsche in seinen Aquarien. In seinem favorisierten Internetforum spricht man mehr oder weniger ausschließlich von Barschen. Der Anrufer fragte sich, ob er bei der DCG eventuell im falschen “Verein“ sei, da er sich seit Jahren ausschließlich für Barsche, momentan eben vor allem für Barsche aus dem Malawisee interessiere.
Da es sich in beiden Fällen offensichtlich um versierte Aquarianer handelt, schließe ich daraus, dass der Unterschied zwischen den systematischen Gruppen einigen Aquarianern und auch DCG-Mitgliedern nicht bewusst ist. Auch die erschreckend hohe Anzahl an falscher systematischer Zuordnung im Internet lässt darauf schließen. Zwar wird auf privaten Homepages und in öffentlichen Foren gern an Buchstaben gespart, doch wenn solche “Abkürzungen“ zu Irritationen und gravierenden Falschaussagen führen, liegt vieles im Argen. Provokant behaupte ich deshalb, dass die meisten Internetspezialisten, die “Bunt“ vor “Barsch“ weglassen, sich überhaupt nicht bewusst sind, dass dadurch eine komplett sinnentstellende Falschaussage veröffentlicht wird. Dabei muss man gar nicht Zoologie studiert haben, um eine korrekte Zuordnung der Fische im heimischen Aquarium selbst vorzunehmen. Bereits nach äußerlich leicht feststellbaren Merkmalen ist zumindest eine Unterscheidung zwischen Barsch und Buntbarsch rasch möglich. Vielleicht sollten in den DCG-Informationen einmal die Unterschiede explizit dargestellt werden? Natürlich nur um das mit Sicherheit stets vorhandene Grundwissen zur Systematik, Anatomie und Morphologie etwas aufzufrischen.
Anmerkungen zur Erreichbarkeit der Redaktion:
Mir ist durchaus bewusst, dass allein mein exotisch klingender Nachname für Irritationen bei einzelnen DCG-Mitgliedern sorgen muss. Die für manchen Cichlidenliebhaber aus dem Westen der Republik chaotische Aneinanderreihung von fünf Konsonanten (Mitlaute), die lediglich von einer scheinbar willkürlich anmutenden Unterbrechung durch zwei Vokale (Selbstlaute) unterbrochen wird, muss einfach verwirren. Kennt man zudem nicht die Wortbedeutung des Nachnamens, muss dieser Zungenbrecher zur Verzweiflung bringen. So nimmt es kein Wunder, dass hin und wieder für mich bestimmte E-Mails nie ankommen. Trotz eifrigen Bemühens des Absenders durch immer neue, sehr gewagte Buchstabenkombinationen wie etwa Fiascher, Fiescher, Foscher, Fishar, Fisher, Foschwr mich auf elektronischem Wege zu erreichen, werden solche Nachrichten leider immer wieder als unzustellbar (“Mail delivery failed“) an den Absender zurückgeschickt. Der hoch verärgerte Absender muss nun selbstverständlich messerscharf daraus schließen, dass ich meine E-Mail-Adresse permanent ändere, nur um Manuskripte über “Malawibarsche“ nicht annehmen zu müssen. Jeder von uns würde wohl diese Schlussfolgerung ziehen, wenn eine E-Mail zum wiederholten Male in den eigenen elektronischen Briefkasten zurückkehrt.
Mein besondere Dank gilt deshalb der Deutschen Post und dem besten Briefträger der westlichen Hemisphäre. Ohne deren akribische Nachforschungen verbunden mit dem richtigen Maß an Humor würden Briefe mit der Anschrift
DCG-Redaktion;Claus Schäfer;Skagerrakstraße 41;D-Beirut - mich wohl nie erreichen.
Trotz aller Schwierigkeiten mit meinem im deutschen Sprachraum so seltenen, nahezu unaussprechlichen Nachnamen und meiner exotisch wirkenden Adresse (Fichtelgebirgsstraße, Bayreuth) kann ich allen DCG-Mitgliedern versichern, dass ich nach wie vor unter der im Impressum (DCG-Informationen, 1. Umschlag Seite, unten) angegebenen Postanschrift, E-Mail-Adresse, Fax- und Telefonnummer zuverlässig zu erreichen bin.
Mit besten Grüßen aus der DCG-Redaktion
Ihr Roland F. Fischer
|