Deutsche
Cichliden-Gesellschaft
e.V.
Die Fachleute für Buntbarsche

In eigener Sache

Energiekosten

Wie wohl jeder Aquarianer empfindet, ist die alljährliche Zusendung der Abrechnung für Wasser, Abwasser und Strom eine aufregende Geschichte. Gemeinsam mit meiner momentanen Lebensabschnittspartnerin, der besten Ehefrau von allen, haben wir seit etwas mehr als 15 Jahren für die Nebenkostenabrechnung ein Ritual etabliert. Wir wetten, in welcher Höhe sich die Summe für die Nachzahlung bewegt. Genau genommen habe nur ich für das Jahr 2009 auf eine saftige Nachzahlung gewettet, wä:hrend Katrin leichtsinniger Weise auf eine Rückerstattung vorgeleisteter Zahlungen setzte. Oh, wie naiv sind doch (manche) Frauen! Aus erzieherischen Gründen willigte ich sofort ein, in dem absolut unwahrscheinlichen Fall einer Rückzahlung beim "Italiener" ein Fläschchen "Vino Rosso" auszugeben. Zwei Wochen nach dieser Abmachung traf die Nebenkostenabrechung für das Jahr 2009 ein. " ... der überbezahlte Betrag in Höhe von 469,00 Euro wird in den kommenden Tagen auf Ihr Konto überwiesen." war im Schreiben des Energieversorgers zu lesen. Darüber hinaus kündigte er eine Halbierung der monatlichen Vorleistungen an. Ich schäme mich nicht, zuzugeben, dass beim Lesen dieser Nachricht Tränen in meine Augen traten. Wie konnte nach Jahrzehnten permanenter Erhöhung der Strompreise ein Energiekonzern es wagen, Geld zurückzuzahlen, und damit heraufbeschwören, dass männlicher Intellekt weiblicher Intuition unterliegt?

Erst eine Weile nach dem ich dieses seelische Trauma kurzzeitig verdrängt hatte, wurde mir bewusst, dass allein die DCG-Informationen für diese herbe Niederlage verantwortlich zu machen sind.

Mit der Publikation"Der Energieverbrauch unserer Aquarien" von Peter Buchhauser in der Dezemberausgabe 2008 überprüfte ich meine Aquarien kritisch. Als Erstes wechselte ich bei allen vorhandenen Pendelleuchten die 75-Watt-Pflanzenstrahler gegen 7-Watt-Energiesparlampen aus. Den Fischen machte diese Umstellung kein Problem und die Pflanzen haben es offensichtlich bisher noch gar nicht bemerkt, dass nunmehr kein Speziallicht die Photosynthese erlaubt. Als Zweites investierte ich in blaue Filtermatten und Toilettenrohre aus Plastik. Alle Außenfilter, Strömungspumpen und andere "Stromfresser" wurden nahezu komplett in den Ruhestand versetzt. Dass sich allein durch diese bescheidenen Maßnahmen eine solche bemerkenswerte Verringerung der Energiekosten herbeiführen läßt, habe ich nicht in den kühnsten Träumen erwartet. Dabei ist festzustellen, dass sich im Jahr 2009 meine Aquarien im Vergleich zu 2008 etwas "vermehrt" haben. Es müssen momentan mindestens 400 Liter Wasser zusätzlich aufgeheizt, beleuchtet und gefiltert werden. Rechnet man nach rein betriebswirtschaftlichen Aspekten, stehen nicht einmal 200 Euro Investitionen einer Ersparnis von 469 Euro gegenüber. Und wer ist Schuld daran? Peter Buchhauser und die DCG-Informationen!

Der rein pekuniäre Aspekt macht allerdings nie und nimmer ein angeschlagenes männliches Ego wieder wett.

Meine Frau beharrt nun darauf, dass sie den "Italiener" aussuchen darf, wo wir ein "Fläschchen" Wein auf ihre gewonnene Wette trinken werden. Dass der nur in Venedig sein Ristorante haben darf, damit hatte allerdings nicht gerechnet. Bei gleichbleibender stetiger Erhöhung der Strom- und Abwasserkosten, einer angepassten, sehr sparsamen Investition in mein antiquarisches aquaristisches "Equipment" gehe ich selbstverständlich davon aus, dass die anfallenden Nebenkosten für den Abstecher nach Venedig sich bereits im Jahr 2010 amortisiert haben. Setze ich weiterhin eine reziproke Rückzahlung vorgeleisteter Stromkosten voraus, darf ich damit rechnen, dass bereits ab dem Januar 2012 mein lokaler Stromversorger monatlich auf mein Konto eine beträchtliche Summe überweisen wird, nur um mich mit Energie versorgen zu dürfen. Was in der Automobilindustrie und bei den Landesbanken funktioniert, muss doch auch im Kleinen bei uns Aquarianern Anwendung finden, oder?

Mit besten Grüßen aus der DCG-Redaktion

Roland F. Fischer

 

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