Deutsche
Cichliden-Gesellschaft
e.V.
Die Fachleute für Buntbarsche

Nachzuchten der DCG-Mitglieder

Artenschutz für Cichliden.

Nachzuchtstatistik 2005/2006 der DCG

Im Herbst 2006 hat der Vorstand der Deutschen Cichliden-Gesellschaft nun schon zum dritten Mal alle Mitglieder gebeten, Informationen über die in den letzten zwölf Monaten geglückten Nachzuchten von Buntbarschen zu liefern. Diese Daten bilden die Grundlage einer neuen Nachzuchtstatistik, die dokumentiert, welche Zuchterfolge von November 2005 bis Ende Oktober 2006 in der Deutschen Cichliden-Gesellschaft erzielt wurden.

An dieser Aktion haben sich etwa fünf Prozent aller Mitglieder beteiligt. Obwohl bei der Beurteilung dieser Zahl zu beachten ist, dass keineswegs alle der knapp dreitausend Vereinsmitglieder die von ihnen gepflegten Fische züchten wollen, ist die Beteiligung an der Umfrage aber dennoch als gering anzusehen. Trotzdem ergeben sich aus den gewonnenen Informationen interessante Einblicke in die Aktivitäten der DCG.

Insgesamt werden durch die Umfrage 3621 Zuchterfolge bei Cichliden dokumentiert, denn die meisten Einsender berichten nicht über die geglückte Vermehrung von nur einer Art, sondern von mehreren verschiedenen Buntbarschen. Besonders beeindruckend ist das Ergebnis, dass von den Einsendern im Zeitraum von einem Jahr 378 verschiedene Arten, Unterarten oder Standortvarianten im Aquarium nachgezüchtet und vermehrt wurden. Die vorstehenden Zahlen belegen nachdrücklich, dass sich die in der DCG zusammengeschlossenen Aquarianer intensiv um den Bestand der für die Aquaristik eingeführter Fischarten bemühen.

Darüber hinaus ergeben sich aus der Auswertung der Fragebögen aber auch noch weitere interessante Informationen: Die bereits hinlänglich bekannte Tatsache, dass sich die Mehrzahl der Mitglieder in besonderem Maße für die Buntbarsche aus dem Tanganjika- und dem Malawisee interessiert, wird auch durch diese Umfrage erneut bestätigt, denn von den 378 verschiedenen Cichliden, deren Vermehrung glückte, stammen 182 aus diesen beiden ostafrikanischen Gewässern. Aus dem Tanganjikasee wurden 69 Arten, aus dem Malawisee 113 vermehrt. Die gemeldeten Zuchterfolge für Buntbarsche aus Süd- und Mittelamerika betreffen 130, für West- und Zentralafrika 47 Arten. Von den zum Teil akut vom Aussterben bedrohten Cichliden aus dem Viktoriasee und seinem Einzugsgebiet wurden 31 im Aquarium vermehrt. Besonders hervorzuheben ist auch, dass es bei den ebenfalls vom Aussterben bedrohten Buntbarsche Madagaskars aus den Gattungen Paratilapia, Paretroplus und Ptychochromis bei neun Formen zum Teil mehrmals Zuchterfolge gab.

Die Arten, die am häufigsten gezüchtet wurden, stammen ausnahmslos aus dem Tanganjika- und dem Malawisee: Den Spitzenplatz belegen die verschiedenen Standortvarianten von Cyprichromis leptosoma aus dem Tanganjikasee. Von diesem so genannten Kärpflingscichliden erzielten dreißig Züchtern insgesamt 319 Bruten. Auch auf zwei Buntbarsche aus dem Malawisee konzentrierten sich die züchterischen Bemühungen in besonderem Maße: Die gelbe Form von Labidochromis caeruleus vermehrten 17 Mitglieder durch 99 Bruten erfolgreich im Aquarium. Es folgt der Azurcichlide, Sciaenochromis fryeri, dessen Nachzucht bei 11 Züchtern fünfzig Mal geglückt ist. Die regelmäßige Vermehrung des kleinen Schneckencichliden Neolamprologus multifasciatus aus dem Tanganjikasee meldeten 13 Mitglieder.

Die erfolgreiche Nachzucht von Cichlidenarten aus Süd- und Mittelamerika wurde mit nur ganz wenigen Ausnahmen jeweils nur ein- oder zweimal gemeldet. Zu diesen Ausnahmen zählen „Cichlasoma“ nigrofasciatum mit 18 Bruten bei sechs und Heros efasciatus „Rotkeil“ mit 16 Bruten bei sieben Züchtern.

Die Liste der im Aquarium erfolgreich vermehrten Buntbarsche enthält auch eine ganze Reihe von ausgesprochen seltenen Arten, die durch den Handel gar nicht oder nur ganz selten eingeführt und deshalb kaum gepflegt werden. Zwei beliebig ausgewählte Beispiele für besonders seltene Buntbarsche sind Tomocichla asfraci und Iranochromis hormuzensis.

Falls der jeweilige Züchter dazu sein Einverständnis erklärt hat, wird jeweils nach dem Artnamen in Klammern dessen DCG-Mitgliedsnummer angegeben.

Für den Vorstand der Deutschen Cichliden-Gesellschaft

Wolfgang Staeck


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